Deutschland und Frankreich erinnern an den ersten Chemiewaffenvertrag weltweit

Die Exponate sind noch bis Ende Oktober im OPCW-Gebäude zu sehen Bild vergrößern Die Exponate sind noch bis Ende Oktober im OPCW-Gebäude zu sehen (© Anne Koppatz)

Der Straßburger Vertrag von 1675 gilt als erstes internationales Abkommen, das den Einsatz chemischer Waffen verbietet. Der Vertrag, der  27. August 1675 vom kaiserlichen Generalauditor des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Jan-Peter van Walkeren und dem französischen Generalkommissar der Kavallerie Jean-Baptiste Morice unterzeichnet wurde, markiert das Ende intensiver Kampfhandlungen. Paragraph 57 verbietet den Besitz und den Einsatz vergifteter oder verformter Kugeln. Wer bei der Gefangennahme derartige Kugeln bei sich trägt, soll laut dem Abkommen nach einem Gefangenenaustausch  von der eigenen Armeeführung bestraft werden. Der Straßburger Vertrag macht deutlich, dass der Wille, den Einsatz chemischer Waffen zu verhindern, schon seit 340 Jahren vorhanden ist. Zugleich ist er ein Symbol für die heutige enge Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich im Rahmen der OVCW, um eine sichere Welt, frei von chemischen Waffen zu schaffen. Hierauf wiesen Botschafter Christoph Israng und sein französischer Kollege Laurent Pic bei einem Empfang am Rande  der 80. Sitzung des Exekutivrates der OVCW hin. Gemeinsam mit Generaldirektor Üzümcü eröffneten sie eine kleine Ausstellung zum Vertrag von Straßburg, dessen Abschluss sich 2015 zum 340. Mal jährt. Eine Kopie der Verträge und Bilder aus der Zeit sind noch bis Ende Oktober 2015 in der Lobby der OVCW zu sehen.

Ausstellung-Vitrine Bild vergrößern Der französische Botschafter Laurent Pic (Mitte) nach seiner Eröffnungsansprache, eingerahmt von OVCW-Generaldirektor Ahmet Üzümcü (l.) und Botschafter Israng (© OVCW)