Gedenken an den ersten massiven Einsatz chemischer Waffen

Gedenkfeier der OVCW in Ypern am 21. April 2014 Bild vergrößern Gedenkfeier der OVCW in Ypern am 21. April 2014 (© Rüdiger Zettel)

Am 22. April 2015 jährte sich der erste massive Einsatz von chemischen Waffen zum 100. Mal. Deutsche Truppen haben bei Ypern (Belgien) 1915 erstmals im großen Stil Chlorgas eingesetzt. Die Wirkung war verheerend, Tausende alliierte Soldaten starben einen qualvollen Tod. Damit war der Bann gebrochen: In der Folge setzten alle Seiten diese schreckliche Massenvernichtungswaffe ein. Allein im ersten Weltkrieg starben auf diese Weise ca. 90.000 Soldaten, unzählige mehr trugen dauerhafte Schäden davon.

 

Mit einer bewegenden Gedenkveranstaltung am Vorabend des Jahrestages gedachte die OVCW der Ereignisse vor 100 Jahren sowie aller Opfer von Chemiewaffen. Der belgischer Verteidigungsminister, OVCW-Generaldirektor Üzümcü, der Bürgermeister der Stadt Ypern sowie fast alle Botschafterinnen und Botschafter der OVCW-Mitgliedsstaaten hatten sich hierzu in Ypern versammelt. Alle Redner gedachten der Opfer und erinnerten an die schreckliche Wirkung chemischer Waffen. Zugleich leiteten sie daraus den Auftrag ab, sich weiterhin mit aller Entschlossenheit für eine volle Umsetzung der Chemiewaffenübereinkommens einzusetzen.

Botschafter Israng mit OVCW Generaldirektor Ahmet Üzümcü (Mitte) und dem belgischen OVCW-Botschafter Willy Debuck (re.) in Ypern Bild vergrößern Botschafter Israng mit OVCW Generaldirektor Ahmet Üzümcü (Mitte) und dem belgischen OVCW-Botschafter Willy Debuck (re.) in Ypern (© Rüdiger Zettel)

 Die Ständige Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der OVCW hat im Rahmen des Jahrestages auf verschiedene Weise deutlich gemacht, dass sich Deutschland seiner historischen Verantwortung stellt. Dass sich dies nicht nur auf die Bundesregierung beschränkt, wurde durch die Teilnahme von  Dr. Thomas Geelhaar, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), an der Gedenkveranstaltung deutlich.